Das Thema Flucht ist in nahezu allen Bereichen des gesellschaftlichen Zusammenlebens angekommen. Für die Straßensozialarbeiter*innen von Gangway sind die Auswirkungen dieses Phänomens schon seit längerem eine Herausforderung für die Arbeit in den jeweiligen Bezirken. Dabei kollidieren wesentliche Prinzipien der Streetwork mit den Implikationen der Asylgesetzgebung. So sind z.B. wesentliche Streetwork-Arbeitsprinzipien, der Aufbau einer tragfähigen und langfristigen Beziehung oder die Entwicklung einer Perspektive, unter den gegebenen Bedingungen kaum zu bewerkstelligen.
Viele geflüchtete Menschen haben einen recht kurzfristigen Wohn- oder Aufenthaltsstatus, der eine individuelle Perspektiventwicklung nahezu unmöglich macht.
Den Teams von Gangway liegt deshalb zunächst die Ermittlung von konkreten Bedarfen in den jeweiligen Erstaufnahmeeinrichtungen und deren Umgebungen am Herzen. Gefordert sind vergleichsweise kurzfristige Angebote, die den Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe ermöglichen können, zudem aber auch den einzelnen geflüchteten Menschern Momente der Begegnung und des Erlebens auf Augenhöhe verschaffen. Diesbezüglich leisten viele Teams von Gangway mit beispielhaftem Engagement vor Ort hervorragende Arbeit.

Von entscheidender Bedeutung wird das „Networking“ sein, was bedeutet, dass die vorhandenen Angebotsstrukturen und andere Ressourcen in den Sozialräumen vernetzt werden müssen. Gerade im Hinblick auf die längerfristige Situation von Geflüchteten, die nach der Klärung des Status dezentral untergebracht werden und dann kaum noch für die aufsuchenden Angebote erreichbar sind. Wenn bis dahin nicht ein gewisser Grad der Selbstorganisation und des Ankommens in Netzwerken erreicht ist, können viele Menschen von den Angebotsstrukturen wieder abgehängt werden. Durch möglichst breitgefächerte Netzwerke könnte eine Nachhaltigkeit der sozialen Arbeit sichergestellt werden, die idealer Weise in der Teilhabe und Integration in vorhandene gesellschaftliche Strukturen mündet.

 

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