Last Updated on 2. August 2021 by Teresa Fischer

Letzte Woche gab es für uns einen wirklich außergewöhnlichen Tag. In der Straßensozialarbeit ist ja quasi per Definition kein Tag wie der andere, aber was uns da passiert ist, hätten wir uns in den kühnsten Träumen nicht zusammenfabuliert.

 

Gegen 13Uhr klingelt das Telefon. Wir sind gerade in einem Termin. Zwei Adressat*innen stellen uns ihr Jugendbeteiligungsprojekt vor. Am anderen Ende der Leitung eine Adressatin, mit der wir eigentlich erst am folgenden Tag verabredet gewesen wären. Aber es hat sich spontan ein Problem aufgetan, bei dem sie dringend unsere Hilfe benötigt. Wir fragen was passiert sei…

 

„Ich hatte einen Arzttermin und wollte mir vorher eine Flasche Wasser bei Lidl kaufen. Vor dem Laden stand eine Frau, die mich darum bat kurz auf ihr Kaninchen aufzupassen, da sie mit dem Tier nicht in den Supermarkt gehen dürfe. Ich stimmte zu und verbrachte ungefähr eine viertel Stunde mit dem Kaninchen vor der Tür. Als die Frau den Laden wieder verließ, schien sie mich zu ignorieren. Ich ging auf sie zu, hielt ihr den kleinen Käfig entgegen und sagte: „Hier, ihr Kaninchen!“. Sie erwiderte: „Was für ein Kaninchen?“, ging an mir vorbei, stieg in ihr Auto und fuhr davon.

Also stehe ich jetzt hier mit einem fremden Kaninchen in einem kleinen Käfig und weiß nicht was ich machen soll.“

 

Also sagten wir sie solle zu uns in den Hinterhof kommen und wir würden schon gemeinsam eine Lösung finden. Bei uns angekommen äußerte sie lediglich den Wunsch den kleinen Hüpfer nicht ins Tierheim zu bringen. Wir begannen parallel auf zwei Telefonen unser gesamtes Netzwerk nach Unterbringungsmöglichkeiten zu durchforsten. Viele wollten helfen, aber es ließ sich partout kein Platz finden.

Als wir die Hoffnung schon fast aufgeben, das Kaninchen für eine Nacht im Garten einer Jugendfreizeiteinrichtung unterbringen und am nächsten Tag dann doch ins Tierheim bringen wollten, kam die erlösende Nachricht.

Eine Freundin einer ehemaligen Kommilitonin hat Platz, bereits zwei Kaninchen zuhause und ein zu großes Herz, um den kleinen Nibbler (so hatten wir das kleine Kerlchen mittlerweile getauft) nicht aufzunehmen. Jackpot! Eine gute Seele mit Erfahrung und einem Herz für Kaninchen und zwei Buddies für den kleinen Nibbler…ein Träumchen!

Also noch eine kleine Reise ins schöne Friedrichshain und Nibbler hat endlich ein neues Zuhause…was für ein Tag!

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