Berlin ist seit jeher Hauptstadt der Gegensätze. Hochkultur und Underground, Ost und West, Hipster und Hartzer, arm aber sexy. Dieses Image lebt und floriert, solange die beiden Pole gleichberechtigt koexistieren und sich immer mal wieder berühren und inspirieren.

Durch die Entwicklung der letzten Jahre hat die Waage allerdings Schlagseite bekommen und riskiert, das zu verlieren, was es ausmacht: die Spontanität, den Freiraum, den Gegenentwurf, das Improvisierte, die Brache. Jugendliche, die das Gesicht der Stadt prägen, werden aus dem öffentlichen Raum verdrängt und ziehen sich in den privaten Raum zurück. So verfallen die Brücken zwischen den Gegensätzen zusehends, Kulturinstitutionen verlieren den Kontakt zu jungen Menschen und ihrer Lebenswelt.

„Park Knock Live – Stimmen aus der Stadt“ will neue Brücken bauen. Denn die Kreativität und der unbedingte Wille, gehört und gesehen zu werden, haben keinen Abbruch genommen, im Gegenteil. Junge Musiker sind immer öfter Autodidakten, besuchen Workshops, organisieren sich und setzen sich kollaborativ mit Musikproduktion, Performance, Rap und Gesang auseinander. Und verdammt nochmal, sie wollen damit Bühnen erobern. Richtige Bühnen, Bretter, die die Welt bedeuten. Bretter, wie die des Theaters an der Parkaue in Berlin Lichtenberg.

Von September 2020 an besetzen junge Musiker aus Projekten von Gangway e.V. aus ganz Berlin einmal im Monat die Bühne 2 des Theaters mit einem Potpourri aus Performances, Freestyle-Sessions und Specials, teils mit DJ, teils mit Live-Band. Schwerpunkt-Themenabende wie beispielsweise Abende der Roma- oder der vietnamesichen Community, einer All female Night oder einer Poetry-Nacht, werden flankiert von Performances aus dem Gangway Beatz Projekt, dem Street College und anderen Künstlern, die live die Bühne erobern. “It’s a Park Knock Live.”

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