Last Updated on 18. Juni 2015 by Anja Pyranja

Herkunft:

Tabak stammt aus Amerika, wo er schon vor ca. 2.000 Jahren konsumiert wurde. Durch Columbus und seine Nachfolger wurde er in Europa eingeführt, wo er sich – insbesondere im 17. Jahrhundert – mehr und mehr verbreitete.

Konsumform:

Tabak besteht aus den getrockneten und fein geschnittenen Blättern der Tabakpflanze. Sie können auf verschiedene Weise geraucht werden, in Form von Zigaretten, Zigarillos, Zigarren, Wasserpfeifen oder Pfeifen. Er wird auch in loser Form zum selber Drehen von Zigaretten verkauft. Früher war das Schnupfen von Tabak verbreitet. Aus den Indianerkulturen Amerikas ist der Konsum von Tabak bei zeremoniellen Handlungen bekannt, z. B. Rauchen einer Friedenspfeife. Auch wurde er bei Verdauungsstörungen als Brech- und Abführmittel in Form von Tabaksaft getrunken. Bei Kopfschmerzen wurde er geschnupft oder in Blätterform auf Wunden oder erkrankte Haut aufgelegt.

Wirkung:

Der in der Tabakpflanze enthaltene und hauptsächlich für die Sucht verantwortliche Stoff ist Nikotin, ein Nervengift. Nikotin ist sowohl in Wasser als auch in Fett löslich. Diese leichte Löslichkeit macht es möglich, dass es beim Inhalieren über Schleimhäute von Mund, Nase und Magen, über Lunge und Haut aufgenommen werden kann. Keine Droge »kickt« sich so schnell ins Gehirn (sieben Sekunden) und wirkt dermaßen umfassend. Dort entzündet es ein »Feuerwerk« von Reaktionen. Unterschiedlichste Botenstoffe werden ausgeschüttet und beeinflussen vor allem das Aktivierungs- und das Belohnungszentrum im Gehirn. Die Raucher haben den Eindruck, durch unterschiedlich starke Nikotinaufnahme Stimmungen und Gefühle beeinflussen und kontrollieren zu können. Sie übersehen dabei, dass die Wirkung der Droge immer nur kurzfristig – Richtwert 45 bis 60 Minuten – ist und dass die durch den Entzug von Nikotin entstehenden Entzugserscheinungen sie in eine schlechte Gemütslage versetzen. Um sich wieder ins Gleichgewicht zu bringen, müssen sie erneut rauchen. Dem Tabak werden bei der industriellen Verarbeitung Zusatzstoffe, z. B. Zucker oder Geschmacksaromen, hinzugefügt, die den Geschmack verbessern sollen und/oder das Abhängigkeitspotenzial verstärken.

Risiken:

Tabak macht schneller abhängig als alle anderen Drogen. Auch der Konsum von einer Zigarette täglich kann zu einer seelischen und körperlichen Abhängigkeit führen und Gesundheitsschäden hervorrufen. Im Tabakrauch befinden sich etwa 4.000 verschiedene Inhaltsstoffe. Davon sind 400 schädlich und mindestens 30 krebserregend.

Rauchen ist eine dauerhafte Schadstoffbelastung und führt zu einem anhaltenden Sauerstoffmangel in allen Organen des Körpers.

Rauchen ist der Hauptrisikofaktor für:
• zahlreiche Krebserkrankungen
• Herzinfarkt und Schlaganfall
• chronische Bronchitis

Neben diesen Risiken führt das Rauchen zu Effekten wie Mundgeruch, gelben Zähnen, frühzeitiger Hautalterung, Potenzstörungen u.v.a.m. Das Einatmen tabakrauchbelasteter Luft wird als Passivrauchen bezeichnet und schädigt die Gesundheit eines Nichtrauchers ebenso wie die des Rauchers selbst. Unter Passivrauchen versteht man das Aufnehmen von Tabakrauch aus der Raumluft. Dieser Tabakrauch besteht zu 80 – 85% aus dem Nebenstromrauch, der vom Ende der glimmenden Zigarette in die Raumluft abgegeben wird. Der Nebenstromrauch enthält viele Giftstoffe, wie z. B. Benzol oder Formaldehyd.

Insbesondere Kinder reagieren auf das Passivrauchen besonders empfindlich, da ihr Körper noch nicht ausgereift ist. Kinder rauchender Eltern leiden häufiger als andere an Erkrankungen der Atemwege, an Kopfschmerzen usw. Bei Säuglingen ist die Gefahr des plötzlichen Kindstods erhöht.

Inhaltsstoffe:

Folgende Inhaltsstoffe werden aufgrund ihrer besonderen Schädlichkeit
näher erläutert:

• Nikotin: ist ein Nervengift, auf das der Körper zunächst mit Abwehr wie Husten, Übelkeit, Kopfschmerzen u. a. reagiert. Es belastet das Herz-Kreislauf-System, der Blutdruck steigt, die Blutgefäße verengen sich. Für einen Erwachsenen ist die Einnahme von etwa 60 mg Nikotin tödlich.

• Teer: verklebt die reinigenden Flimmerhärchen in den Atemwegen und auch die Lunge. Dadurch wird Raucherhusten ausgelöst. Teer ist stark Krebs erregend.

• Kohlenmonoxid: verhindert den ausreichenden Transport von Sauerstoff zu den inneren Organen und zum Gehirn. Es erhöht unmittelbar die Pulsfrequenz, was zu einem hohen Blutdruck führt und die körperliche Leistungsfähigkeit vermindert.

Die so genannten »Light«-Zigaretten sind nur vermeintlich harmloser: Entweder: Sie enthalten weniger Nikotin und Teer, weil sie dem Tabak chemisch entzogen werden. Die anderen Schadstoffe sind jedoch in gleichem Maße vorhanden und die chemische Veränderung des Tabaks führt nicht selten zu Unverträglichkeitsreaktionen (Magenschmerzen usw.). Oder: Sie haben spezielle Filter,welche durch Luftkanäle den Frischluftanteil im inhalierten Tabakrauch erhöhen, ihn sozusagen verdünnen. Die Gesamtschadstoffmenge im Tabak bleibt aber gleich. »Light«-Zigaretten verleiten zur Steigerung der Menge der täglich gerauchten Zigaretten und/oder zu intensiverem Rauchen. Intensiveres Rauchen bedeutet, den Tabakrauch tiefer zu inhalieren, gegebenenfalls bis in die Lungenspitzen, wo er wegen des schlechten Gasaustausches auch länger verbleibt. Die Lungenspitzen aber sind die feinsten und empfindlichsten Abschnitte der Lunge, in denen Krebserkrankungen vorrangig entstehen (können).

Wasserpfeife:

Entgegen der verbreiteten Meinung ist das Rauchen von Wasserpfeifen keine harmlose Alternative zu Zigaretten. Der Gebrauch ist genauso schädlich. Das Wasser filtert nur wenige Schadstoffe aus dem Tabakrauch und kühlt ihn, wodurch tiefer inhaliert wird. Das regelmäßige Rauchen einer Wasserpfeife kann zur Nikotinabhängigkeit führen. Zu den schon erwähnten Risiken besteht darüber hinaus die Gefahr einer Infektion durch Herpes- und Hepatitisviren sowie von Tuberkulosebakterien, wenn das Mundstück gemeinschaftlich benutzt wird.

Rechtliche Situation:

Laut Jugendschutzgesetz (JuSchG) ist Jugendlichen unter 18 Jahren das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten. Auch dürfen ihnen keine Tabakwaren verkauft werden. In diesen Fällen macht sich der Verkäufer strafbar.

Bei Einnahme der Anti-Baby-Pille steigen durch die Kombination mit dem Rauchen die Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs stark an. Schwangere, die rauchen, gefährden die Gesundheit des ungeborenen Kindes und haben z. B. eine deutlich höhere Rate von Fehlgeburten als Nichtraucherinnen. Neugeborene von Raucherinnen leiden nach der Geburt an Entzugserscheinungen und sind anfälliger für diverse Krankheiten.

In Anwesenheit von Kindern sollte nicht geraucht werden. Zigaretten sind immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

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