Last Updated on 5. November 2015 by Anja Pyranja

Szenenamen

Poppers, Jungle Juice, Explosive, Geilmacher, Rush, Hardware

Herkunft

Schnüffelstoffe (engl. inhalant) ist ein Sammelbegriff für verschiedene legal erhältliche oder als Arznei verschreibungspflichtige Substanzen, die beim Inhalieren (Schnüffeln) eine halluzinogene Wirkung entfalten können. Insbesondere werden haushaltsübliche Stoffe, die Lösungsmittel enthalten und eine ähnliche Rauschwirkung wie illegale Drogen entfalten können, als Schnüffelstoffe bezeichnet. Das können Aerosole, Klebstoffe, Verdünnungen oder ähnliches sein. Man findet sie oft als Bestandteile in Industrie-, Haushalts- und Medizinprodukten. Sie werden besonders deswegen konsumiert, weil sie billig, legal und leicht zu beschaffen sind. Wirkstoffe sind unter anderem: Toluol (Leim), Aceton (Nagellackentferner und Haarspray), Chloroform, Butan (Feuerzeuggas), Chloräthyl (Wundspray). Auch Poppers werden als Schnüffelstoffe bezeichnet. Ursprünglich wurden Poppers als Medikament gegen Angina Pectoris eingesetzt,
jedoch wegen der kurz anhaltenden Wirkung bald durch andere Medikamente ersetzt. Aufgrund der spontan einsetzenden, kurz andauernden Rauschwirkung in höheren Dosierungen werden Poppers als Rauschmittel benutzt. Poppers werden außerdem eine aphrodisierende (sexuelle Lust fördernd) sowie eine Schmerz hemmende Wirkung zugeschrieben. Poppers befinden sich meist in kleinen Fläschchen, die sehr bunt und auffällig sind. Poppers sind eine gelbliche Flüssigkeit, riechen stark fruchtig und unangenehm und können empfindliche Nasenschleimhäute schnell verätzen.

Konsumform

Schnüffelstoffe bzw. Poppers werden inhaliert und dazu meist auf ein Tuch gegeben oder in eine Tüte gefüllt und vor Mund oder Nase gehalten. Manche Substanzen, wie z. B. Feuerzeuggas, werden direkt aus dem Behälter inhaliert.

Wirkung

Der Rauschzustand stellt sich praktisch sofort ein und hält für wenige Minuten an. Wirkungen können sein: Euphorie, Gefühl der Schwerelosigkeit (»fliegen können«), Enthemmung und Halluzinationen sowie leichte Narkosezustände. Durch den Konsum kommt es oft zu Verwirrtheit und zu einer Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit.

Risiken

Unmittelbar nach dem Inhalieren kommt es oft zu Abwehrreaktionen des Körpers, wie Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und Benommenheit. Oft ist dies begleitet von Nasenbluten, Husten und Störungen des Kreislaufes. Im schlimmsten Falle kann es zur Atemlähmung und Tod führen. Bei gleichzeitigem Alkoholkonsum verstärkt sich diese Wirkung. Längerer und regelmäßiger Konsum kann zu einer starken seelischen Abhängigkeit mit Toleranzentwicklung* führen (z. B. »stundenlanges
Hängen an der Tüte«). Es kann zu Verätzungen der Atemwege, Leber- und Nierenschäden sowie Nerven- und Gehirnschäden kommen
(z. B. Lähmungen). Einzelne Dämpfe können zu mehrtägigen Bewusstseinsstörungen führen. Toluol und Benzin sind stark krebserregend.

Sicherheitshinweise

Eine akute Vergiftung durch Überdosierung mit Schnüffelstoffen kann lebensgefährlich sein, weil es zu Atemlähmungen, epileptischen Anfällen und Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand führen kann. Bei einer Überdosierung mit Poppers kommt es zu einem sehr raschen Blutdruckabfall mit der Gefahr, dass das Gehirn nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt wird. Auch ein Schlaganfall mit dauerhaften Lähmungen kann die Folge einer Überdosierung sein.

Die flüssigen Substanzen dürfen auf keinen Fall getrunken werden – es besteht Lebensgefahr!

Rechtliche Situation

Der Besitz und Konsum der Wirkstoffe sind nicht strafbar, aber die Weitergabe und der private Verkauf stellen bei einigen Stoffen einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz dar. Nitrithaltige Medikamente sind verschreibungspflichtig.

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