Last Updated on 30. November 2021 by Anett Krause

Stell dir vor, das Jahr ist eine Pizza und wir beißen jetzt in das erste Viertel hinein.

Der erste Biss ist noch recht frisch, doch fast schon kalt. Also müssen wir das Stück etwas aufwärmen. Das taten wir und fuhren mit sechs jungen Menschen nach Spanien. Anlass war das diesjährige Wintertrainingslager von Union Berlin. Da zwischen den Trainingseinheiten und Testspielen genügend Zeit war, vertrieben wir uns die Zeit überwiegend sportlich. Ob beim Tischtennis, beim Gokart fahren oder bei kleinen Schwimmeinlagen im Pool, der Spass kam auf keinen Fall zu kurz.

Zurück in der Heimat ging es auch schon mit der Saison weiter. Wir beißen also vom zweiten Stück ab und und stellen fest, dass es noch sehr heiß ist – von Spanien. Also müssen wir etwas pusten.
Der erste Spieltag in diesem Jahr führte uns nach Leipzig. Der Weg zum Stadion wurde als Trauermarsch inszeniert, um die “Kultur des Fußballs” zu Grabe zu tragen.

Nun war das Stück schon etwas abgekühlt.
Weiterhin hungrig nahmen wir am 5. Beirat der Berliner Fanprojekte teil und übernahmen die Leitung von Teams bei der “Nacht der Solidarität” in der Region Köpenick.

Kalt war das Stück bei unserem Aufenthalt in Dortmund – da setzte es sogar Eis an.
Vom Gastspiel des 1. FC Union Berlin beim BVB sahen wir nichts. Weil die Reisebusse der Szene Köpenick in eine Polizeiliche Maßnahme geleitet wurden, verbrachten wir den Nachmittag auf einem benachbarten Parkplatz des Stadions und kamen ganze 4 Stunden unserer Vermittlerrolle nach.

 

 

 

 

 

 


Also wieder warm machen und pusten … leider jedoch zu doll, so dass unsere Jugendfahrt nach Bremen am Ende doch noch wegen eines aufkommenden Orkanes verkürzt werden musste. Einer der Teilnehmer schilderte die Fahrt wie folgt:

Ein paar Wochen vor dem Auswärtsspiel gegen Werder Bremen, bekamen wir das Angebot, dass sieben Leute von uns mit dem Fanprojekt eine “Bildungsreise” über das Wochenende durch Bremen machen könnten, um mehr über die Kultur und die Geschichte der Stadt Bremen erfahren könnten.

Wir fuhren also am Freitag, den 7.2. um 15 Uhr los und kamen glücklicherweise gut bis Bremen durch, da die Autobahn frei von Stau und anderen Hindernissen war.

Ungefähr 19:30 Uhr waren wir dann auch schon da, checkten in das Hotel ein, das ungefähr 20 Minuten vom Stadion entfernt lag und machten uns gleich danach auf den Weg in die Stadt, da das Fanprojekt eine Stadionführung durch das Bremer Weserstadion geplant hatte.

Begleitet wurden wir von Mitarbeitern des Bremer Fanprojekts, die uns durch den Pressebereich, die VIP-Logen, am Spielfeldrand und den Ersatzbänken entlang und sogar in den Schiedsrichterraum führten.

Die Führung ging ein bisschen mehr als eine Stunde und als wir fertig waren, fuhren wir zurück zum Hotel.

Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück gleich wieder in die Stadt, wo wir uns dann eine Stunde frei bewegen durften, bis wir uns danach auf den Weg zum Stadion machten und uns dort mit den anderen trafen.

Das Spiel verlief gut, wir holten die drei Punkte und damit den zweiten Auswärtssieg in einer Woche.

Nach dem Spiel feierten wir noch die Mannschaft, verabschiedeten uns von denen, die nach Hause fuhren und trafen uns dann beim Bus des Fanprojekts.

Nach dem Abendessen gab es eine Tour mit einem Bremer Nachtwächter, der uns auf interessante und anschauliche Art und Weise die Geschichte über Bremen im Mittelalter näher brachte, da er seine Rolle sehr gut spielte.

Manche von uns hatte das interessiert, manche aber auch nicht, was vielleicht aber auch daran lag, dass der Tag lang und anstrengend war.

Am Tag darauf war eigentlich eine Führung durch die Bremer Unterwelten, das sind Bunker, geplant, die wir aber aufgrund des Orkans, der um die Mittagszeit in Bremen angekommen wäre, abgesagt hatten und machten uns dann gleich zurück auf den Weg nach Berlin.

Meiner Meinung nach war diese Bildungsfahrt sinnvoll, da wir nicht nur, wie es bei anderen Auswärtsspielen der Fall ist, nur kurz einen Teil der Stadt, in der wir sind sehen, sondern viel mehr über diese erfahren und auch etwas lernen konnten.

Außerdem hat es in dieser kleinen Gruppe sehr viel Spaß gemacht und man konnte sich untereinander besser kennen lernen.“


Sehr „lecker“ waren auch die Aktivitäten außerhalb der Spieltagsbegleitungen. Beim diesjährigen “Hallencup” der Szene Köpenick, boten wir einen Rauschparcours an. Hier konnten sich die Teilnehmenden, mit Hilfe von Rauschbrillen in Umstände begeben, die sonst bei Einnahme von Drogen entstehen können. Wie und ob es möglich ist, in diesem Zustand körperliche Herausforderungen, wie zum Beispiel Slalom laufen oder jonglieren zu meistern, erprobten einige der Anwesenden und so mancher Aha-Effekt stellte sich ein.

Selten fahren wir mit dem Sonderzug des V.I.R.U.S., aber wenn, dann ist das eine gute Gelegenheit zum Pizza essen …
und uns auch “anderen” Unionern vorzustellen, tiefer in Fanthemen einzusteigen … – ja, sogar – zum Karten spielen mit unserer Zielgruppe. Old School – Zocken im digitalen Zeitalter.

Auch beim “Szene Dart Turnier” waren wir dabei. Allerdings bedarf es hier noch jeder Menge Trainingseinheiten, um auch sportlich mit den besten Pfeilewerfern mithalten zu können. Wir beschränkten uns dann doch lieber auf das Sozialarbeiterische. 🙂

Der nächste Biss führt uns nach Erfurt. Dort trafen sich turnusmäßig die Kolleginnen und Kollegen der BAG Ost und tauschten sich fachlich untereinander aus.

Den letzten Happen können wir uns quasi ganz entspannt auf der Zunge zergehen lassen. Eine neue Zeitrechnung namens SARS-CoV-2 trat in unser aller Leben.

Plötzlich waren ganz andere Sachen wichtig und der Fußball ruht erst einmal.

Naja – nicht ganz, nun wird eben neben anderen Aufgaben, die sich neu ergeben haben, online mit den Jugendlichen gezockt und per Headset kommuniziert. Und weil es ja heißt “Aufgeschoben ist nicht aufgehoben”, kommen wir nun auch zu Dingen, für die wir sonst keine Zeit gefunden haben.
Auch das soziale Engagement unserer Zielgruppe unterstützen wir jederzeit gern.
Und weil diese so kreativ ist, wenn es um alternative Freizeitbeschäftigungen geht, wird uns auch noch lange nicht langweilig.

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