“Liebe Preisträgerinnen und Preisträger des diesjährigen Andreas-Höhne-Preises,

[wir möchten] die für morgen geplante Präsenzveranstaltung schweren Herzens aufgrund der aktuellen Pandemieentwicklungen und des bevorstehenden Lockdowns absagen.

Jedoch möchten wir die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger trotzdem noch in diesem Jahr ehren und verlegen die Preisverleihung […] in einen digitalen Konferenzraum.”

Am vergangenen Dienstag wurde zum sechsten Mal der nach seinem Initiator Andreas Höhne benannte Reinickendorfer Integrationspreis online verliehen. Unter dem Motto „Integration trotz Corona“ standen insgesamt acht Projekte zur Wahl. Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation fand die Preisverleihung in virtuellem Rahmen statt. Die Integrationsbeauftragte Julia Stadtfeld führte durch die Veranstaltung und stellte alle Projekte und Personen vor.

„Der diesjährigen Andreas-Höhne-Preis für einen Träger geht an das Team Nord von Gangway e.V., das sich als Streetworker stark für die gleichberechtigte Teilhabe von allen Kindern und Jugendlichem im Märkischen Viertel einsetzt. Begegnung auf Augenhöhe wird in der Arbeit des Teams großgeschrieben.“ (Auszug aus der Pressemitteilung des Bezirksamtes)

Wir das Team Nord, bestehend aus Murat, Cem und Mary arbeiten in dieser Konstellation seit drei Jahren zusammen und leisten seitdem einen Beitrag zur Integration junger Menschen im Sozialraum. Die Förderung einer gleichberechtigten Teilhabe von Zuwander*innen und Menschen mit Fluchterfahrung, zeigt sich bei uns bereits darin, dass wir uns bewusst gegen eine begriffliche Differenzierung unserer Adressat*innen in Bezug auf Ethnie und Herkunft entschieden haben.

Neben der klassischen Straßensozialarbeit ist ein zentrales Ziel von Gangway e.V., Orte der Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft im öffentlichen Raum zu schaffen und diese im partizipativen Prozess der Mitwirkung, Beteiligung und Selbstorganisation mit unseren Adressat*innen in der Arbeit zu gestalten.

Dieser Ansatz an Arbeitseinstellung sollte uns auch während einer Pandemie nicht hindern, das Projekt „TOOLBOX“ umzusetzen. Mit dieser Herausforderung und den besonderen Umständen, wie den durch die Politik ausgesprochenen Beschränkungen, haben wir uns als Team sowie mit der Geschäftsleitung auseinandergesetzt.

Uns allen war klar, dass die Umsetzung in gewohnter Form so nicht möglich war. Nach etlichen Diskussionen und auch Unsicherheiten, haben wir uns entschieden, an unseren oben genannten Standards festzuhalten.

Mit einem der Situation angepassten Hygienekonzept, haben wir als Team Nord, auch aus dem Grund, dass es von unseren Adressat*innen gefordert wurde, das Projekt mit vierwöchiger Verspätung umgesetzt.

Hier mal ein beispielhafter Auszug aus unserer Hygienekonzeption:

  • “um die Teilnehmer*innenanzahl so gering wie möglich zu halten, bieten wir ein stark reduziertes Sortiment zum Verleih an → neben Fahrgeräten, wie Scooter, Skateboards und BMX sowie Helme, bieten wir vor allem Spielmaterialien an, bei deren Nutzung der Mindestabstand eingehalten werden kann (Federball, Fußball, usw.)
  • wir werden drei Stationen aufbauen, an denen jeweils nur ein Mitarbeiter/ eine Mitarbeiterin steht
  • diese Stationen werden mit Absperrband so gekennzeichnet, dass der Mindestabstand von 1,5m gewährleistet werden kann”

Diese Konzeption lag während des ganzes Projektes vor, war jederzeit einsehbar und wurde von uns an die gegebenen, sich ständig verändernden Umstände, angepasst.

 

Für unser Bemühen und auch für die Umsetzung des Projektes in dieser besonderen Zeit, überreichte uns der der Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Gesundheit, Integration und Soziales, Uwe Brockhausen (SPD), symbolisch einen Pokal und eine Urkunde über den Bildschirm:

„Ich bedanke mich bei den Preisträgerinnen und Preisträgern für ihren großartigen Einsatz unter den schwierigen Rahmenbedingungen der Pandemie. Ohne diese engagierte Arbeit in einem ganz wichtigen Bereich wären wir viel ärmer.“

 

 

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