Straßensozialarbeit in Berlin

Rückblick: „Menschen sind kein Müll“ 2026 – Gemeinsam gegen Verdrängung im Görlitzer Park

Zum zweiten Mal in Folge sind wir am Vorabend des Tags der Wohnungslosen im Görlitzer Park laut gegen Verdrängung geworden. Gemeinsam mit vielen engagierten Menschen, Betroffenen und sozialen Initiativen haben wir ein deutliches Zeichen gegen die zunehmende Repression und Verdrängung von wohnungs- und obdachlosen Menschen sowie marginalisierten Gruppen aus dem öffentlichen Raum gesetzt.

Am 10. September versammelten wir uns am Pamukkale im Görlitzer Park, um eine klare Botschaft zu senden: Sozialpolitische Probleme lassen sich nicht durch ordnungspolitische Maßnahmen lösen!

Wir protestierten gemeinsam gegen:

  • Verdrängung von obdachlosen Menschen aus dem (halb)öffentlichen Raum, z.B. durch die sogenannte „Reinigungsstreife“ in U-Bahnen und Bahnhöfen sowie die Räumungen von Camps und Platten durch das Ordnungsamt, die Menschen lediglich an andere Orte verschieben, ohne ihnen echte Perspektiven zu bieten.
  • Feindliche Architektur und den millionenschweren Zaunbau im Görlitzer Park, welche die Aufenthaltsqualität für alle mindern – insbesondere für diejenigen, die auf den öffentlichen Raum als einzigen Rückzugsort angewiesen sind.
  • Die geplante KI-Überwachung an kriminalitätsbelasteten Orten (kbOs). Diese stellt einen massiven Eingriff in die Privatsphäre dar und gefährdet durch die Gefahr häufigerer Zeugenaussagen das mühsam aufgebaute Vertrauensverhältnis zwischen Sozialarbeiter*innen und den Betroffenen – ein Problem, das durch das fehlende Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit verschärft wird.

Unsere Forderung: Strukturelle Lösungen statt Symptombekämpfung

Obdachlosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern ein strukturelles Problem unserer Gesellschaft. Die Kundgebung hat erneut verdeutlicht, dass wir keine Sicherheitsmaßnahmen anstelle von Sozialarbeit brauchen, sondern wirksame Lösungsansätze für die Wohnungsnot in Berlin sowie eine bedarfsgerechte Ausstattung und sichere Finanzierung der Hilfsstrukturen.

Musik und Solidarität