Zum zweiten Mal in Folge sind wir am Vorabend des Tags der Wohnungslosen im Görlitzer Park laut gegen Verdrängung geworden. Gemeinsam mit vielen engagierten Menschen, Betroffenen und sozialen Initiativen haben wir ein deutliches Zeichen gegen die zunehmende Repression und Verdrängung von wohnungs- und obdachlosen Menschen sowie marginalisierten Gruppen aus dem öffentlichen Raum gesetzt.
Am 10. September versammelten wir uns am Pamukkale im Görlitzer Park, um eine klare Botschaft zu senden: Sozialpolitische Probleme lassen sich nicht durch ordnungspolitische Maßnahmen lösen!
Wir protestierten gemeinsam gegen:
- Verdrängung von obdachlosen Menschen aus dem (halb)öffentlichen Raum, z.B. durch die sogenannte „Reinigungsstreife“ in U-Bahnen und Bahnhöfen sowie die Räumungen von Camps und Platten durch das Ordnungsamt, die Menschen lediglich an andere Orte verschieben, ohne ihnen echte Perspektiven zu bieten.
- Feindliche Architektur und den millionenschweren Zaunbau im Görlitzer Park, welche die Aufenthaltsqualität für alle mindern – insbesondere für diejenigen, die auf den öffentlichen Raum als einzigen Rückzugsort angewiesen sind.
- Die geplante KI-Überwachung an kriminalitätsbelasteten Orten (kbOs). Diese stellt einen massiven Eingriff in die Privatsphäre dar und gefährdet durch die Gefahr häufigerer Zeugenaussagen das mühsam aufgebaute Vertrauensverhältnis zwischen Sozialarbeiter*innen und den Betroffenen – ein Problem, das durch das fehlende Zeugnisverweigerungsrecht in der Sozialen Arbeit verschärft wird.
Unsere Forderung: Strukturelle Lösungen statt Symptombekämpfung
Obdachlosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern ein strukturelles Problem unserer Gesellschaft. Die Kundgebung hat erneut verdeutlicht, dass wir keine Sicherheitsmaßnahmen anstelle von Sozialarbeit brauchen, sondern wirksame Lösungsansätze für die Wohnungsnot in Berlin sowie eine bedarfsgerechte Ausstattung und sichere Finanzierung der Hilfsstrukturen.
Musik und Solidarität
Die politische Forderung wurde durch musikalischen Support von den Bands Dirty Feetz, Waifish und Die Ausreden verstärkt, sodass sie bis in die benachbarten Kieze zu hören waren! Vielen Dank an dieser Stelle!
Ein riesiges Dankeschön auch an alle, die dabei waren!
Insbesondere gilt dieser den Mitwirkenden & Unterstützer*innen:
- Jasmin vom Jugendaktionsraum Alex & Esther vom Kiezanker im Wrangelkiez für die Moderation
- unseren werten Kolleg*innen von Bündnis gegen Obdachlosigkeit, Queerhome Berlin, Amaro Foro, Habersaath-Initiative, Görli Zaunfrei sowie der „Ihr seid keine Sicherheit!“-Ini
- dem Team von Neue Chance / Sozial.Berlin für den Siebdruckstand
- der Berliner Obdachlosenhilfe für die Essensausgabe
- den Kolleg*innen vom JARA, Berlin UFO, Bündnis Görli Zaunfrei & Görli 24/7 für die Infotische.
Ebenfalls danken wir dem Paritätischen Landesverband Berlin für die Förderung dieser Veranstaltung.
Fotos von Monika Keiler































