Am 1. September 2014 diskutierten Jugendliche mit Vertretern aus Politik & Verwaltung, Wirtschaft und Sozialer Arbeit über Erfahrungen und Herangehensweisen in der nachhaltigen Integration von benachteiligten Jugendlichen in das Berufsleben.

Ende August/Anfang September begann in Berlin das neue Ausbildungsjahr. Für viele junge Berlinerinnen und Berliner bedeutet das den Eintritt in einen neuen und spannenden Lebensabschnitt. Mit Unterstützung ihres sozialen Umfeldes und dem Ausbildungsbetrieb an ihrer Seite lassen sie sich zu Fachkräften der Berliner Wirtschaft ausbilden und werden in das Arbeitsleben integriert.
Auch in der Straßensozialarbeit und in der beruflichen Beratung durch die Teams JobInn, Jobteam und Team Neukölln bei Gangway e.V. steht die Entwicklung stabiler Lebensperspektiven im Mittelpunkt der Arbeit mit jungen Menschen an der Schwelle zum Erwachsenwerden.
Neben vielen anderen Themen, die in dieser Lebensphase durch die Jugendlichen bewältigt werden müssen, steht somit der Start in ein gelingendes Berufsleben auf der Tagesordnung.
Meist jedoch bewegen sich die jungen Menschen mit denen wir arbeiten, in einem außerordentlichen Spannungsfeld, in dem sie oftmals ohne Unterstützung durch die Familie und ihres sozialen Umfeldes, ihr junges Leben bewältigen müssen.
Ohne eine berufliche Perspektive, u.a. mit ungenügenden Zugangsvoraussetzungen für eine Ausbildung, mit „Hunger auf Teilhabe“ und ihren individuellen unentdeckten Fähigkeiten bewegen sie sich zwischen den Institutionen und im besten Falle arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumenten (Maßnahmen) hin und her.

In der kürzlich von uns herausgebrachten Broschüre „Herangehensweisen und Erfahrungen in der beruflichen Beratung schwer erreichbarer junger Menschen“ haben wir unsere Erfahrungen in der beruflichen Beratung sowie die Hindernisse und Stolpersteine auf dem Weg in ein Berufsleben beschrieben.

Täglich erfolgen Beschreibungen aber auch Zuschreibungen in diesem Spannungsfeld, mal medial aufgemacht, mal wissenschaftlich fundierter die immer jeweils die einen oder die anderen in das Blickfeld nehmen.
Gerade im Hinblick darauf, uns mit unserer Broschüre nicht in die Reihe der Beschreiber einzureihen, so wichtig auch Beschreibungen manchmal sind, haben wir am 01. September zu einem Vierseitengespräch eingeladen. Jugendlichen diskutierten dabei mit Vertreter*innen aus Politik/Verwaltung, Wirtschaft und Sozialer Arbeit.

Junge Menschen die nach einem mühseligen Weg in das Berufsleben eintreten konnten, junge Menschen, die gerade noch auf diesem Weg sind, Politik und Institutionen wie die Jobcenter, Senatsvertreter_innen,
Unternehmer und Unternehmerinnen die auf Fachkräfte angewiesen sind und sich in diesem Feld engagieren sowie die berufsberatenden Teams von Gangway e.V.

Nicht übereinander sondern miteinander zu reden und uns über unsere jeweiligen Erfahrungen auszutauschen und von ihnen zu lernen, institutionelle systembedingte Stolpersteine zu benennen und jeweils nach Möglichkeit an deren Verbesserung zu arbeiten, bildeten hierbei das Ziel des Vierseitengespräches.

Mit 21 Personen fand ein zweistündiges sehr lebhaftes Vierseitengespräch am großen runden Tisch in der Zentrale von Gangway statt. Wie sich auf Wunsch aller Beteiligten am Ende des Gespräches herausstellte, als Auftakt zu einer Reihe von Gesprächen, die folgen werden.
„Wir möchten gerne weiter miteinander im Gespräch bleiben“ war ein Wunsch der Beteiligten an diesem Abend.

Wir als Initiator des „Vierseitengespräches“ danken an dieser Stelle allen Beteiligten für ihre Teilnahme und Offenheit im Gespräch und freuen uns auf weitergehende Gespräche mit Ihnen.
Ein besonderer herzlicher Dank gilt allen Jugendlichen und Heranwachsenden, die von ihrer persönlichen Lebens- und Arbeitssituation berichtet haben.
Dadurch, dass ihre Erfahrungen für uns erfahrbar werden, bekommen wir die Möglichkeit unsere Pflicht, an Stolpersteinen und systembedingten Hindernissen, die einen Einstieg in das Berufsleben erschweren, zu erkennen und anderen Verbesserung zu arbeiten.

Im Anschluss an das Vierseitengespräch gab es noch einen kleinen Empfang anlässlich des 15jährigen Bestehens unseres Jobteams, so dass die Gelegenheit gegeben war, persönliche Gespräche fortzuführen.

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