Bei strahlendem Sonnenschein und bestem Wetter trafen sich mehrere Träger der Kinder- und Jugend Sozialarbeitslandschaft am Rathaus Schöneberg, um auf eine nicht ganz so strahlend schöne Entwicklung im Berliner Sozialwesen aufmerksam zu machen. Am Donnerstag, den 19.04.18, versammelten sich sämtliche Freizeiteinrichtungen des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg, um mit Besuchern und Kollegen ein politisches Zeichen zu setzen, und damit auch der Öffentlichkeit die Vielfalt ihrer Angebote vor Augen zu führen. Diese bunte und abwechslungsreiche Veranstaltung lief als Aktionstag der Kampagne T_Rest, an dem sich nahezu alle Träger von Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen im Bezirk beteiligt hatten, um die Besonderheit der von ihnen geleisteten Arbeit sichtbar zu machen. Zur kurzen Begriffserklärung, was es mit dem Ausdruck T_Rest auf sich hat: Es ist die Kennung jener Kostenstelle im öffentlichen Finanzierungsplan, unter welcher die finanziellen Mittel zur Förderung von Kinder-, Jugend- und Familienprojekten in Berlin verbucht werden.  

Nicht nur, dass die Bezeichnung dieser Kostenstelle hinsichtlich ihres Stellenwertes tief blicken lässt; es verkennt auch vollkommen die wichtige Bedeutung der von allen Trägern geleisteten Arbeit. Schließlich sind wir es, bei denen die Kinder und Jugendlichen einen Anlaufpunkt finden, in dem sie ohne Zwang, mit pädagogischer Unterstützung, in einem wertschätzenden Umfeld, den Kontakt und Austausch unter Gleichaltrigen suchen können. Als Bildungseinrichtungen, in welchen Chancengleichheit und Mitbestimmung umgesetzt werden, während soziales Lernen und Bildungsangebote ohne Leistungsdruck und Bewertungen durchgeführt werden, stellen wir, also alle Beteiligten dieses Aktionstages, inklusive Gangway e.V., das einzige Angebot, „welches zu 100% freiwillig von Kindern und Jugendlichen angenommen wird“.

Damit eben diese so eminent wichtige Arbeit nicht weiter als „sozialpolitischer Restposten“ verkommt, setzte sich das berlinweite Netzwerk T_REST an diesem Aktionstag ein; für Solidarität, Wertschätzung, einem klaren politischen Bekenntnis, und für eine angemessene Ausstattung für die offene Kinder-, Jugend- und Familienarbeit.

So beteiligten wir uns im Namen von Gangway mit einer Vielzahl an Spiel- und Freizeitangeboten für die teilnehmenden Besucher, welches auch mit ebensoviel Neugierde und Begeisterung angenommen wurde. Hierbei teilten wir unseren Stand mit dem „Flipper Klub Schöneberg“, die Boxequipment und ihre Fachkenntnis in Form von (auch spontan ernannten, jugendlichen) Trainern beisteuerten, während unsere „Gangway-Grundausstattung“ vor allem für das jüngere Publikum viel Freude bot. Die Diabolos wurden nur so durch die Gegend gewirbelt, mit großem Spaß wurden die „Kreide-Sprühfarben“ für künstlerische Street-Art Exzesse genutzt, und man konnte meinen, die Kinder-, und Jugendlichen wetteiferten miteinander, um mit in allen Farben schillernden Regenbogen-Pois und unzähligen, im Sonnenlicht schimmernden Seifenblasen den großzügig bemessenen Spielplatz vor unserem Stand in eine besonders märchenhaft anmutende Spielwiese zu verwandeln. Auch das Angebot der Zirkus-Gesichtsbemalung wurde mit viel Interesse angenommen, und ließ einer Mitarbeiterin unseres Teams selten freie Zeit für Kreativpausen. Als Highlights erwiesen sich die aufgestellten Punching Balls, die wie ein Magnet auf viele Besucher wirkten, und es war extrem spannend zu sehen, wie auch viele, auf den ersten Blick sehr schüchtern wirkende Mädchen, sich trauten, in bester Rocky-Manier die Punching Bälle auf den mobilen Boxstationen zu bearbeiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Veranstaltung wohl für die einzelnen Teilnehmer (wie beispielsweise Gangway) ein Erfolg gewesen ist, da es viele glückliche Gesichter bei den Besuchern zu beobachten gab, welches man vor allem hinsichtlich der Öffentlichkeitsarbeit als positiv verbuchen kann. Auch wurden untereinander der T_Rest Teilnehmer einige Kontakte gepflegt bzw. weiter ausgebaut, womit auch dem Vernetzungsaspekt innerhalb eines solch vielfältigen Aktionstages genug Raum gelassen wurde. Was jedoch als deutlich misslungen angesehen werden darf, ist die mediale Aufbereitung dieses Aktionstages. Weder konnte man in den örtlichen Lokalmedien etwas über die Veranstaltung lesen, noch hatte man den Eindruck, als ob dieses doch recht schöne Event bei den behördlichen Entscheidungsträgern für sonderlich viel Kopfschmerzen und schlaflose Nächte sorgte, da die Kritik in seiner gebührenden Form weder wahr- noch angenommen wurde. Tja, es ist wie es ist, denkt sich der Kölner in mir, und freut sich darüber, dass zumindest die Besucher und wir als „Gangway Team Schöneberg“ unseren Spaß hatten.

PS: Vielen Dank an Simon und das Team Pankow, die uns freundlicherweise ihre Boxingstationen für diese Veranstaltung geliehen haben.

 

 

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