Pro Prostitution vor der Urania

Der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen rief am 14.11.2013 zu einer Infoveranstaltung auf.

Am Donnerstag, den 14.11.2013 stellte Alice Schwarzer ihr neues Buch in der Urania vor. Im Vorfeld startete sie eine Kampagne mit dem Appell gegen Prostitution. Der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen reagierte mit einem Appell Pro Prostitution und rief an diesem Tag zu einer Infoveranstaltung auf.
Neben den Sexarbeiter_innen haben auch Sozialarbeiter_innen und Mitarbeiter_innen von verschiedenen Organisationen vor der Urania Position bezogen.

Mit diesen Forderungen appelliert der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen an ein Umdenken in der Gesellschaft:

• Beteiligung von Sexarbeiter_innen an politischen Prozessen, die sich mit dem Thema Prostitution befassen.

• Keine Ausweitung der Polizeibefugnisse und keine staatliche Überwachung oder Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten.

• Keine Kriminalisierung der Kund_innen, weder nach dem Schwedischen, noch nach einem anderen Modell.

• Aufklärung statt Zwang und Verbot, staatlich geförderte Weiterbildungsangebote * für Sexarbeiter_innen.

• Kampagnen gegen Stigmatisierung und für einen respektvollen Umgang mit Prostituierten.

• Bleiberechte, Entschädigungen und umfassende Unterstützung für Betroffene von Menschenhandel.

Für uns, dem Team Streetwork an Brennpunkten, ist eine Auseinandersetzung mit den Forderungen sowie deren Umsetzung notwendig. Die Sexarbeiter_innen müssen sich tagtäglich mit Stigmatisierungen und respektlosem Umgang bzgl. der Sexarbeit auseinandersetzen. Wir arbeiten u.a. im Kurfürstenkiez, in dem neben der Sexarbeit auch die Wohnungslosigkeit ein existentielles Thema ist, so dass die Betroffenen in vielfältiger Hinsicht Diskriminierungen erfahren.

Bildung und Wissen macht stark und schützt vor Ausbeutung. Dazu gehören Einstiegs- und Umstiegsberatungen, Aufklärung über Rechte und Pflichten, wie z.B. Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, Arbeitsrecht, Strafrecht, Menschen- und Grundrechte sowie Weiterbildungsangebote im Bereich Gesundheit und Sexualität, Betriebswirtschaft, Marketing, (Fremd-) Sprachkompetenz, Steuerbestimmungen sowie Selbstverteidigung. Diese Angebote sollten in verschiedenen Sprachen angeboten werden.

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