Kochprojekt Kiezfonds „Hä?! Wie in meinem Döner ist kein Fleisch?!“

12.10.15 Falafel mit Sesam-Joghurt –Soße im Brot mit Salat, Gurke und Tomate

Heute hat das Kochprojekt „Hä?! Wie in meinem Döner ist kein Fleisch“, finanziert durch den Kiezfonds Schöneberg, begonnen. Beantragt wurde dieses Projekt, da wir bei den Jugendlichen in unserem Kiez feststellen konnten, dass eine enorme Unaufgeklärtheit in Bezug auf Ernährung und Lebensmittelherkunft besteht. Wir haben uns in der Verantwortung gesehen, den Kids zu zeigen, dass Salat und Co., besonders Fleisch, nicht im Supermarktregal wächst. Niedrigschwellig wollen wir die Kids nun an die Bedeutung und die Bedingungen der heutigen Lebensmittelindustrie, jedoch besonders an einen alternativen Weg, sich mit dieser zu arrangieren, aufzeigen.

Eingestiegen sind wir mit einer Gesprächsrunde über die normalen Essgewohnheiten der Kids in ihrem Alltag. Alle sind sich einig gewesen, das sie oft, bzw. mehrmals in der Woche für zwei bis drei Euro außerhalb Essen, das kann ein Döner oder ein Burger sein. Auch das sie mehrmals die Woche Fleisch essen wurde deutlich und wurde von allen bestätigt. Wir sind innerhalb der Gruppe also schnell zu dem Schluss gekommen, dass wir an unserem Kochtag ohne Fleisch auskommen wollen, bzw. einmal richtiges, frisches Fleisch bei einem Biobauern aus der Region kaufen wollen, um einen Unterschied feststellen zu können.

Was gibt es aber eigentlich an leckeren Gerichten ohne Fleisch? Und was gehört eigentlich alles zu dem Begriff „Fleisch“?
Schnell stellte sich heraus, dass den Kindern selbst nicht ganz bewusst ist, was denn jetzt eigentlich Fleisch ist. „Hähnchen, ist das Fleisch?“ Oder „Sucuk, das ist doch vegetarisch oder?“ Wir haben also erstmal kurz angeschnitten, was denn alles unter den Begriff „Fleisch“ fällt und woher dieses kommt. Aussagen wir „Aus der Türkei“ oder „Vom Fleischmann“ waren nicht selten. Zum Schluss, mit abnehmender Konzentration wurden wir uns jedoch einig, dass das Fleisch was wir täglich verzehren von einem Viehzüchter, bzw. Bauern kommt, und nicht in der Fleischtheke wächst.

Begonnen haben wir mit einem Falafelrezept. Die meisten Kinder kannten dieses arabische Gericht und waren dementsprechend begeistert, diese auch mal selbst zubereiten zu können.
Wie viel Arbeit dies macht, sollte sich jedoch erst am Ende herausstellen, denn bis wir schließlich essen konnten, haben wir knapp zwei Stunden gebraucht.
Die Kids haben sich selbstständig in Gruppen eingeteilt und sich für einen Teil der Arbeit entschieden. Die Soße, das klein schneiden der Beilagen und eine Gruppe für die Falafel.
Mit viel Genasche und Plauderei wurde unter höchster Konzentration gekocht. Als wir am Ende alle mit knurrenden Mägen am Tisch saßen und gegessen habe, konnte man den Kids jedoch die Begeisterung für die nun beginnenden Kochtreffen von den Augen ablesen…

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