Haschisch, Alk und Pillen – aktuelle Konsummuster jugendlicher DrogenkonsumentInnen und suchtpräventive Ansätze

Tagung von Friedrich-Ebert-Stiftung und Gangway

Am 4. Mai 2005 haben gegen 18 Uhr auch die letzten Tagungsteilnehmer zufrieden und doch geschafft die Friedrich-Ebert-Stiftung verlassen. Mit ca. 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Tagung wirklich ein Erfolg. Für die Organisation und Begleitung der Tagung möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei unserem Partner, der Friedrich-Ebert-Stiftung, insbesondere bei Katja Meyer und Inge Voss bedanken. Hier können Sie sich Bilder der Tagung anschauen.
Inhalte:
Der Konsum von legalen und illegalen Drogen gehört heute in unterschiedlichen Ausmaßen zur Lebenswelt vieler junger Menschen. Dabei ist erwiesen, dass die ersten Kontakte zu psychoaktiven Substanzen in der Regel aus dem „legalen“ Bereich (also Alkohol und/oder Medikamente) stammen. Das Konsumverhalten reicht vom gelegentlichen Genuss bis zu manifester Abhängigkeit in verschiedenster Ausprägung.
Dabei ist in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung dieses gesellschaftlichen Phänomens zu beobachten gewesen – und zwar auf allen denkbaren Feldern. Abgesehen davon, dass neue Substanzen in Gebrauch gekommen sind, haben sich auch der Konsum selbst bzw. seine kulturellen und gesellschaftlichen Implikationen z.T. radikal gewandelt. Die Realität von heute unterscheidet sich damit grundlegend von jener vor fünfzehn bis zwanzig Jahren. Allerdings hat eine rechtzeitige und ausreichende Entwicklung der sich daraus zwingend notwendig ergebenden
neuen suchtpräventiven Ansätze nicht im erforderlichen Maße statt gefunden.
Insbesondere die Mitarbeiter/innen der Jugendhilfe sehen sich heute daher mit den Folgen eines zunehmenden Rauschmittelkonsums konfrontiert, ohne über adäquate Ressourcen zur Bewältigung dieses Problems zu verfügen. Die von ihnen betreuten jugendlichen Rauschmittelgebraucher/ innen fühlen sich nicht als „Drogenabhängige“. Sie nehmen daher in der Regel keinen Kontakt zu etablierten Einrichtungen der Drogenhilfe auf. Jene wiederum erklären sich nur allzu oft für diese Art Konsument/innen legaler und illegaler Drogen nicht zuständig.
Mit unserer Konferenz möchten wir eine Plattform für Informations- und Ideenaustausch sowie Strategiediskussionen bieten, einer interdisziplinären Vernetzung neue Impulse geben und damit einen Beitrag zur Entwicklung von Präventionsstrategien leisten. Alle Personen, die mit dieser Problematik konfrontiert sind und Interesse an der Entwicklung neuer Handlungsstrategien in der
Suchtprävention haben, sind hierzu herzlich eingeladen.

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PROGRAMM, Mittwoch den 4. Mai 2005
09.00 Uhr – Begrüßung und Einführung
Katja Meyer – Leiterin Forum Politik und Gesellschaft, Friedrich-Ebert-Stiftung
Elvira Berndt – Geschäftsführerin, Gangway e.V.

09.15 Uhr – Grußwort von Peter Ruhenstroth-Bauer
Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (ang.)

09.30 Uhr – Impulsreferate und Diskussion
Mit Familientherapie Drogenabhängigkeit von Jugendlichen verhindern
Prof. Dr. Rainer Thomasius
Leiter der Jugendpsychiatrischen Abteilung der Unikliniken Eppendorf, Hamburg
„Initiierte Abstinenz“ – Ergebnis von Verzichtsübungen als Beitrag zur Suchtprävention an Schulen
Prof. Dr. Peter Raschke
Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung, Hamburg

10.45 Uhr – Kaffeepause

11.15 Uhr – Impulsreferat und Diskussion
„Miteinander und nicht gegeneinander. Jugendhilfe und Drogenhilfe im kommunalen Bereich“
Rainer Bathen – Gesamtleiter, Arbeitskreis für Jugendhilfe e.V., Hamm
Sketch – Schülertheatergruppe „Trivialhumor“
Moderation – Jürgen Schaffranek, Gangway e.V.

12.00 Uhr – Mittagspause

13.00 Uhr – Talkrunde „Jugend und Drogen – Suchtprävention wie?!“ mit

  • Prof. Dr. Manfred Kappeler – Institut für Sozialpädagogik, TU Berlin
  • Karen Marks – MdB, SPD-Bundestagsfraktion (angefragt)
  • Prof. Dr. Peter Raschke – Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung, Hamburg
  • Jürgen Schaffranek – Gangway e.V.
  • Prof. Dr. Rainer Thomasius – Leiter der Jugendpsychatrischen Abteilung der Unikliniken Eppendorf, Hamburg

Moderation – Ansa Seidenstücker, RBB

14.30 Uhr – Kaffeepause

15.00 Uhr – Parallele Arbeitsgruppen
AG 1 Connect: Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien – Kooperation und Vernetzung zur Neupositionierung in einem sensiblen Arbeitsfeld
Leitung: Irene Ehmke, Projektleiterin Connect, Büro für Suchtprävention (HLS), Hamburg
AG 2 „Tilidin, Tramal und so – das sind doch keine Drogen!“
Konsummuster und -verhalten bei jungen Migrant/innen mit muslimischem Hintergrund
Leitung: Jürgen Schaffranek, Gangway e.V. Berlin
AG 3 Das Drogenspiel. Methoden der Suchtprävention bei Jugendlichen
Leitung: Silvia Rentmeister, Gangway e.V., Berlin
Britta Greschke, Drop In, Hamburg
AG 4 Par-ce-val – Kinder- und Jugendtherapie für drogenkonsumierende Jugendliche
Leitung: Haci Bayram, Par-ce-val, Groß Glienicke, Brandenburg
AG 5 Saferparty… Arbeit mit konsumierenden Jugendlichen, Schweizer Projekt
Leitung: Patricia Schelbert, Streetwork, Zürich/Schweiz
AG 6 KuB-Berlin – Präsentation des Straßencenters für Jugendliche als Kooperationsprojekt Jugend-/Drogenhilfe
Leitung: Robert Hall, KuB, Berlin
AG 7 Hilfen für Kinder und Jugendliche – die Notwendigkeit des Dialogs verschiedener
Hilfesysteme

Leitung: Birgit Pannenbecker, Streetwork, Anlaufstelle Basis & step out – eine suchtspezifische Jugendhilfeeinrichtung der Suchthilfe „direkt“, Essen
AG 8 „Kiffen bei Jugendlichen einfach cool – oder doch nicht nur?“
Erfahrungen aus Kursen für jugendliche Cannabiskonsument/innen und anderen Frühinterventionsmethoden des Contact Netz Bern, Schweiz
Leitung: Andreas Widmer, Jugend-, Eltern- und Suchtberatung Contact Netz Bern, Schweiz

17.00 Uhr – Kurzvorstellung der AG-Ergebnisse im Plenum

Schlussworte

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