#traumhaft #glaubhaft #standhaft war es am 28. September 2017 bei der ZwischenWelten-Präsentation in der Jugendstrafanstalt Berlin.

Unserer Einladung ist ein sehr vielfältiges Publikum gefolgt, wie Elvira Berndt, die Geschäftsführerin von Gangway e.V., gleich bei der Begrüßung betonte. Anwesend waren Politiker*innen von Bund (z.B. Dr. Eva Högl, MdB), Länder (z.B. Kirstin Fussan, Leiterin Landesjugendamt) und Kommunen (z.B. Dr. Sandra Obermeyer, Bezirksstadträtin Mitte), Mitarbeiter*innen der Jugendstrafanstalt, der Jugendgerichtshilfen, der Sozialarbeit, Rechtswissenschaftler*innen, Student*innen und angehende Erzieher*innen, Besucher*innen aus Tschechien und Frankreich und natürlich die Projektbeteiligten innerhalb und außerhalb des Gefängnissen, inklusive einiger Angehörige. Wir freuen uns sehr über diese Mischung und die damit möglichgewordene spannende Diskussion.

Gangway hat das Projekt ZwischenWelten in Kooperation mit der Jugendstrafanstalt initiiert und umgesetzt. Die Sozialarbeiter*innen von Gangway verstehen sich dabei als Brückenbauer, sie schaffen eine Brücke zwischen drinnen und draußen, zwischen legal und illegal, zwischen Traum und Realität.

Bei dem Projekt haben sich in den letzten 1,5 Jahren junge Menschen innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern erst mit dem Thema Heimat und jetzt mit dem Thema Träume beschäftigt und diese künstlerisch umgesetzt. Entstanden sind berührende Texte und Bilder, die bei der Veranstaltung in Form einer kleinen Ausstellung, Videobeiträgen und Live-Performances präsentiert wurden. Besonders beeindruckend war die Offentheit, mit der die jungen Menschen über ihre Geschichten gesprochen und damit ihr Erlebtes reflektiert haben. Das ist ein wichtiges Stück Präventionsarbeit, denn der Austausch und das Erkennen von Träumen setzen einen Prozess der Zielfindung in Gang. Klare Ziele sind ein wichtiger Anfang für ein Legales Leben. Ein junger Mann hat in seinem Song „Ebbe und Flut“ sein Leben im Sinnbild der Gezeiten beschrieben. Es ging in seinem Leben immer rauf und runter. Jetzt hat er den Traum, dass er mit seiner Geschichte anderen jungen Menschen ein Vorbild sein kann und sie möglicherweise damit vor dem Knast bewahren kann.

Ein anderer junger Mann hat in seinem Text beschrieben, dass er einst meinte, seinen Traum gefunden zu haben, dann aber den falschen Weg eingeschlagen hat. So wird aus einem Traum schnell ein Alptraum: „Es ist ein Alptraum und ich bin mitten drin. Ich wach schweißgebadet auf und weiß nicht, wo ich bin“.

In einem Speed-Talk konnten sich die Gäste in unterschiedlichen Konstellationen und zu unterschiedlichen Fragestellungen mit den Projektbeteiligten austauschen. Was wären denn Ihre Gedanken zu den Fragen:

  1. Was sind Träume?
  2. Was oder wer hat Dich ermutig zu träumen?
  3. Was war Dein Kindheitstraum? Was wolltest Du werden?
  4. Wohin würdest Du reisen, wenn Du es Dir aussuchen könntest? Und Warum?

Ein Traum, der immer wieder auftauchte und der insbesondere die jungen Menschen in der Haft, aber auch die geflüchteten jungen Menschen beschäftigt ist der Traum von der glücklichen Familie. Die Familie oder das Zuhause als Sehnsuchtsort – auch wenn die Familie nur wenige Kilometer entfernt lebt.

Vielen Dank den Beteiligten und den Gästen für Eure Offenheit und fürs Einlassen auf diesen Dialog.

Weitere Informationen

gibt es auf www.zwischenwelten030.de

 

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