ZwischenWelten oder ein Leben zwischen den Welten

Was bedeutet Heimat für junge Männer innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern?

Berlin, 15. Febr. 2017: Am 22. Februar eröffnet der Streetwork-Verein Gangway e.V. zusammen mit der Jugendstrafanstalt Berlin und geladenen Gästen die Ausstellung  „ZwischenWelten“ – ein Projekt innerhalb und außerhalb der Gefängnis­mauern. In der Juristischen Fakultät der Humboldt Universität präsentieren die jungen Männer ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse zum Thema Heimat in Form von Gedichten, Geschichten, Songs, Theatersequenzen und Zeichnungen. Die Ausstellung wird künstlerisch begleitet und kuratiert von der Kunsthistorikerin Katia Hermann.

“Zwischen Herkunft und Zukunft,
zwischen Heimat und Fremde,
zwischen Flucht und Sehnsucht,
liegen Geschichten im Verborgenen.
[…]

ZwischenWelten ist ein Projekt zur niedrigschwelligen Prävention von Gewalt- und Radikalisierungstendenzen bei jungen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrun­gen. Vier Monate haben sich die jungen Männer in der Jugendstrafanstalt Berlin und bei Gangway e.V. damit auseinandergesetzt, was es bedeutet, zwischen den Welten oder in ZwischenWelten zu leben, die Unsicherheiten auszuhalten, neue Ziele zu finden und selbstbestimmt die eigene Zukunft zu gestalten.

[…] Aufs Papier gebracht erzählen sie von Ängsten, Sorgen, Wünschen und Visionen.
Die Zeilen werden laut und fordern ein Gegenüber,
jemanden, der zuhört, nachfragt und reagiert.
[…]

Die Teilnehmer des Projektes sind junge Männer, die von Flucht und Kriegshandlungen traumatisiert wurden oder Gewalt in der eigenen Familie erlebt haben. Sie empfinden die verschiedenen Konfliktlagen in ihrem Leben als erdrückend, haben das Gefühl, dass alles um sie herum zusammenbricht, sie selbst wenig Einfluss haben und ihnen keiner hilft. Sie bewegen sich in verschiedenen Kulturen und befinden sich in einer schwierigen Lebenssituation am Übergang zwischen alter und neuer Heimat.

Hier setzt ZwischenWelten an. In dem Projekt setzen sich die Teilnehmer auf einer sehr persönlichen Ebene mit Heimat auseinander. „Ziel des Projektes ist es, dass die Teilnehmer ihre Geschichten entdecken, sie untereinander diskutieren und dann zu Papier bringen, jeder nach seinen Fähigkeiten und Interessen mit Kunstformen wie Schreiben, Film, Graffiti, Zeichnungen, Theater oder Rap. Im letzten Schritt ist es wichtig, dass diese Gedanken und Impressionen mit einem Publikum geteilt werden und sie ein Feedback bekommen. Damit schließt sich der Kreis.“ beschreibt Birgit Lang, die Sozialarbeiterin und Projektleiterin in der Jugendstrafanstalt, ihre Arbeit mit den Inhaftierten.

[…] Jeder erzählt seine individuelle Geschichte
und doch steht sie stellvertretend für so Viele,
die Ähnliches erlebt haben und auf der Suche
nach Antworten, nach Identität und Heimat sind.
Zwischen Frage und Antwort,
zwischen Zweifel und Sicherheit,
zwischen hier und dort.”

>>> ZwischenWelten <<<

  • Vernissage: Februar 2017 | 17:30 Uhr
  • Ausstellung: 23.- 24. Februar 2017 | 9 – 21 Uhr, 25. Februar 2017 | 9 – 17 Uhr
  • Ort: Juristische Fakultät der HU Berlin (Bebelplatz 2, Mitte)
    Die Ausstellung ZwischenWelten ist eine Wanderausstellung. Im Anschluss an die HU Berlin wird sie einige Wochen in der Jugendstrafanstalt ausgestellt. Weitere Ausstellungsorte werden gesucht.
  • Programm:
    • Projektvorstellung und „Making of-Film“ – Olad Aden und Birgit Lang
    • Live-Performance – Teilnehmer des Teil-Projektes ZwischenWelten goes Theater unter der Leitung von Connie Walther und Sabine Winterfeldt
    • Ausstellungseröffnung – Bill Borchert, Leiter der Jugendstrafanstalt Berlin und Elvira Berndt, Geschäftsführerin von Gangway e.V.
    • Moderation – Joe Bliese
    • Ausstellungsrundgang & Come Together
  • ZwischenWelten wird gefördert durch die Landeskoordinierungsstelle Radikalisierungsprävention bei der Landeskommission Berlin gegen Gewalt und unterstützt durch die Humboldt-Universität zu Berlin, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dagmar Oehler.
  • Eintritt frei!

 

Gangway e. V. – Straßensozialarbeit in Berlin

Gangway e.V., das ist Straßensozialarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen in Berlin. Streetwork ist soziale Arbeit – überall dort, wo die Gesellschaft nicht so gern hinsieht. Wo sich Schicksale entscheiden und Auswege aus Sackgassen gefunden werden müssen. Wo Menschen wieder die Kraft finden müssen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Die Streetworker von GANGWAY e.V. begleiten überall in Berlin Menschen dabei, das zu finden, was sie am dringendsten brauchen: Wege aus Sucht oder Gewalt, eine Wohnung, Ausbildung und Arbeit oder einen neuen Weg zu mehr Bildung.

GANGWAY e.V. wurde 1990 gegründet, wird vom Senat und den Bezirksämtern gefördert und durch Spendengelder unterstützt. Mit der Jugendstrafanstalt arbeitet GANGWAY seit vielen Jahren eng zusammen, um die inhaftierten jungen Männer in ein selbstbestimmtes und legales Leben zu begleiten.

 

Jugendstrafanstalt Berlin

Die Jugendstrafanstalt Berlin ist eine Vollzugsanstalt für junge männliche Gefangene. Sie verfügt über 429 Haftplätze, davon befinden sich 32 Haftplätze im offenen Jugendvollzug, 65 Plätze im Drogenfachbereich und 50 Plätze in der Sozialtherapeutischen Abteilung.  Sie ist eine auf Erziehung und soziale Integration ausgerichtete Justizvollzugsanstalt, deren Zielsetzungen sich aus dem Berliner Jugendstrafvollzugsgesetz sowie dem Untersuchungshaftvollzugsgesetz Berlin ergeben. Dabei soll den jungen Menschen mit Hilfe zielgruppenspezifischer Konzepte die Chance eröffnet werden, in Zukunft ein straffreies Leben zu führen. Die Jugendstrafanstalt Berlin vereint die unterschiedlichen Vollzugsformen (offener Vollzug, geschlossener Vollzug sowie der Vollzug der Untersuchungshaft an jungen Gefangenen).

 

Kontakt

Gangway e.V – Straßensozialarbeit in Berlin

Schumannstraße 5 | 10117 Berlin | Tel: 030 . 28 30 23 – 0 | www.gangway.de

Geschäftsführung: Elvira Berndt | elvira.berndt@gangway.de

Projektleiter: Olad Aden | olad.aden@gangway.de

Kommunikation: Anja Baer | anja.baer@gangway.de

 

Jugendstrafanstalt Berlin

Friedrich-Olbricht-Damm 40| 13627 Berlin | Tel: 030 . 90 144 – 2530

Projektleiterin: Birgit Lang | birgit.lang@jsa.berlin.de

Kommunikation: Janina Deininger: janina.deininger@jsa.berlin.de

Download:
2017 | 02 | 15 - PM Ausstellungseröffnung ZwischenWelten (pdf, 300kb)

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