Berlin, 09.12.2014: Am 17. Dezember feiert der Dokumentarfilm „OUR STORY – ein Film über die Lebensrealitäten von geflüchteten und Berliner Jugendlichen in Reinickendorf“ im Café My Moon in Reinickendorf Premiere. Der Film gibt Einblicke in die Belange, Sorgen und Freuden geflüchteter Jugendlicher – sie erzählen ihre Geschichte.

Interessieren Sie sich für die Lebenslagen junger geflüchteter Menschen? Gibt es Unterschiede zur Lebenswelt von Berliner Jugendlichen? Wo liegen Gemeinsamkeiten und wie erkennen wir diese? Wie organisieren wir Begegnungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum? Diesen und vielen anderen Fragen versucht sich der Film „OUR STORY“ zu nähern.

Seit April 2014 arbeitet das Streetworkteam von Gangway e.V. mit geflüchteten Jugendlichen, die in Reinickendorfer Flüchtlingsunterkünften untergebracht sind. In der Region West des Bezirkes Reinickendorf sind 2013 drei Flüchtlingsheime entstanden, in denen mehr als 1000 Menschen leben. Die bestehenden gesellschaftlichen Vorurteile und Ängste der Reinickendorfer*innen wurden durch intransparente politische Entscheidungsprozesse und eine problembehaftete Berichterstattung der Medien eher verstärkt. „Dieser Problematik wollen wir gemeinsam mit den betroffenen Menschen und Kooperationspartner*innen im Bezirk sozialpädagogisch entgegenwirken”, sagt Taner Avci, Streetworker im Gangway-Team Reinickendorf.

In der Arbeit in den Flüchtlingsunterkünften stellten die Streetworker einen großen sozialpädagogischen Betreuungsbedarf bei den Mädchen und Jungen fest, was u.A. auf fehlende nachhaltige Angebote vor Ort zurückzuführen ist. Die Jugendlichen fühlten sich in den Flüchtlingsunterkünften eingeengt und sozial kontrolliert. Sie hatten Interesse an einem regelmäßigen Angebot außerhalb ihres unmittelbaren Wohnumfeldes. Gemeinsam mit Berliner Jugendlichen entwickelten die Sozialarbeiter*innen ein Projekt, in dem die Berliner Jugendlichen eine besondere Rolle übernahmen. Sie agierten als teilnehmende und vermittelnde Coaches mit spezifischen Aufgaben als Fußball-Trainer, Sprachmittler und Vertrauenspersonen.
Während die Jungs eine Fußball-Liga gründeten und mit anderen Jugendlichen des Bezirkes kickten, dokumentierten die Mädchen das Projekt mit Fotos und Filmaufnahmen. Sie lernten den Umgang mit der Kamera, studierten Begriffsdefinitionen aus filmischen Kontexten, schrieben und rappten die Film-Musik und machten den Filmschnitt. Der Film entstand in einem Learning-By-Doing-Prozess unter Anleitung der Filmemacherin und Videokünstlerin Branka Pavlovic.

+++ Mi, 17. Dez. 2014 +++ 17 Uhr +++ Café „My Moon“ (Markstr. 4, 13409 Berlin, U8 Franz-Neumann-Platz ) +++

Hintergrundinformation zu Gangway

Gangway, das ist Straßensozialarbeit mit jugendlichen und erwachsenen Menschen in Berlin. Etwa 70 Streetworker gehen dahin, wo sich ihre Adressat*innen treffen: auf öffentliche Plätze und Straßen. Sie orientieren sich an den Interessen und Bedürfnissen der Menschen, machen Vorschläge zur Realisierung und fungieren als Partner und Sprachrohr. Ziel ist es, sie dabei zu unterstützen, ihr Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Gangway e.V. wurde 1990 gegründet, wird vom Senat und den Bezirksämtern gefördert und durch Spendengelder unterstützt.

Kontakt

Gangway e. V. – Straßensozialarbeit in Berlin
Schumannstr. 5, 10117 Berlin
Tel. 030 – 28 30 23 0
Geschäftsführung: Elvira Berndt, elvira.berndt@gangway.de
Team Reinickendorf: reinickendorf@gangway.de

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