Nur etwa 50 Prozent aller neu zu besetzenden Positionen in Unternehmen werden in Stellenanzeigen öffentlich ausgeschrieben. Deswegen ist die Initiativbewerbung eine gute Möglichkeit einen Job oder eine Ausbildung zu bekommen. Denn damit hast Du die Chance die versteckten Stellen auf dem Arbeitsmarkt zu erreichen. Zu einer Initiativbewerbung gehören das Anschreiben, der Lebenslauf, das Deckblatt, Zertifikate und Zeugnisse, also eine komplette Bewerbungsmappe. Der Unterschied zwischen einer normalen schriftlichen Bewerbung und einer Initiativbewerbung besteht darin, dass Du Dich nicht auf eine ausgeschriebene Stelle bewirbst, sondern auf gut Glück eine Bewerbung an einen Betrieb oder an eine Firma Deiner Wahl abschickst. Das heißt aber nicht, dass diese Form der Bewerbung einfacher gestaltet sein sollte. Wichtig: Gerade Initiativbewerbungen sollten ansprechend und überzeugend wirken, da Du eine Firma überzeugen willst, Dich einzustellen, obwohl sie keine Stelle ausgeschrieben hat. Nimm Dir also genügend Zeit dafür.

Telefonischer Vorkontakt:
Wenn Du Dich initiativ bewerben möchtest, ist es immer besser vorher telefonischen Kontakt mit der entsprechenden Firma aufzunehmen. Dadurch bringst Du Dich schon mal persönlich ins Gespräch und erfährst auch, ob Deine Bewerbung überhaupt Aussicht auf Erfolg hat. Außerdem kannst Du so herausfinden, an wen Du Deine Bewerbung richten musst und kannst Dich in Deinem Anschreiben auf das Telefonat beziehen. Denn Initiativbewerbungen sollten keine Blindbewerbungen sein, je zielgerichteter die Bewerbung ist, desto besser.

Firmensuche:
Überlege Dir genau bei welchen Betrieben Du Dich bewerben willst. Wenn Du schon weißt in welchem Bereich Du eine Arbeitsstelle suchst, dann kannst Du die Firmen schon von vornherein eingrenzen. Bewirb Dich nur bei den Firmen, die für Dich auch wirklich zu hundert Prozent in Frage kommen. Für die Firmensuche hast Du verschiedene Möglichkeiten.
Du kannst z.B.: – in den Gelben Seiten oder dem Branchenbuch suchen
– Messen besuchen, um neue und interessante Firmen kennen zu lernen
– viele Firmen sind auch bei der IHK – Industrie- und Handelskammer und
– der HWK – Handwerkskammer herausfinden oder
– im Internet – bei Suchmaschinen wie z.B. google nach Betrieben suchen.

Anschreiben:
Bei der Initiativbewerbung solltest Du besonders viel Aufmerksamkeit auf das Anschreiben legen. Der Unterschied zu einem normalen Anschreiben liegt in der Formulierung der Begründung, warum Du Dich initiativ bewirbst. Denn Du kannst Dich bei einer Initiativbewerbung auf keine direkte Stellenausschreibung beziehen, sondern musst mit Deinen Fähigkeiten und Zielen Dein Anschreiben füllen. Wichtig: Schreibe in das Anschreiben, was Du zu bieten hast und warum der Arbeitgeber ein Nutzen von Dir hat, wenn er Dich einstellt. Deswegen empfehlen wir, dass Du Dir im Vorfeld ein paar Fragen zu Dir selbst stellst, um genau herauszufinden wo Deine Stärken liegen und welche Kenntnisse Du schon vorweisen kannst.

Mögliche Fragen an Dich könnten z.B. sein:
Warum habe ich gerade diese Ausbildung gewählt? Welche Fähigkeiten und Kenntnisse habe ich dort erworben? Hat mir die Ausbildung Spaß gemacht, warum oder warum nicht?

Habe ich weitere praktische Erfahrungen, z.B. Ferienjobs, Praktika, etc. Welche Kenntnisse konnte ich dort einsetzen? Welche Fähigkeiten konnte ich ggf. erweitern und verbessern? Habe ich entsprechende Bescheinigungen/ Zertifikate?

Welche Weiterbildungen habe ich bisher unternommen? Haben diese mir beruflich weitergeholfen? Konnte ich die erworbenen Kenntnisse umsetzen? Welche Weiterbildungen will ich noch absolvieren?

Welche Zusatzqualifikationen besitze ich? Habe ich Texte und Bilder veröffentlicht? Habe ich schon einmal Vorträge vor größerem Publikum gehalten? Über welche Themen?

Engagiere ich mich in einem Verein? Welche Aufgaben habe ich dort? Finde ich mein Engagement wichtig?

Welche beruflichen Erfahrungen habe ich bisher gesammelt? Welche Aufgaben musste ich hauptsächlich durchführen? In welcher Funktion war ich tätig? Wo habe ich der Firma besonders geholfen? Fand ich meine Leistungen entsprechend gewürdigt? Fühlte ich mich unterfordert? Welche Aufgaben hätte ich gerne erledigt? Habe ich mich in der Firma beruflich weiterentwickelt? Warum wurde ich entlassen? Warum habe ich gekündigt?

Was habe ich meinem zukünftigen Arbeitgeber zu bieten?

Was suche ich genau?

Warum interessiere ich mich gerade für dieses Unternehmen?

Natürlich solltest Du in Deinem Anschreiben nicht nur auf Deine Stärken und Fähigkeiten eingehen. Informiere Dich auch sehr genau über das Unternehmen bzw. den Betrieb, um gegebenenfalls Dein Interesse für ein bestimmtes Projekt oder eine bestimmte Fachrichtung besonders herausheben zu können. Ins Anschreiben Deiner Initiativbewerbung gehört Dein erstmöglicher Eintrittstermin. Zum Abschluss Deines Anschreibens kannst Du den Arbeitgeber vorschlagen, dass er Deine Bewerbung für einen späteren Zeitpunkt aufheben kann, falls eine Einstellung momentan nicht möglich ist. Zwei bis drei Wochen nach Versendung Deiner Bewerbungsunterlagen, kannst Du telefonisch bei der Firma nachfragen, ob die Bewerbung bei der richtigen Person eingegangen ist und ob noch weitere Unterlagen benötigt werden.

Vorteile der Initiativbewerbung:
•  weniger Konkurrenten und daher mehr Beachtung für Deine Bewerbung
• Initiativbewerbungen vermitteln den Eindruck von Selbstbewusstsein, Eigeninitiative und Motivation
• Relativ freies Formulieren des Anschreibens ohne Bezugnahme auf eine Stellenanzeige


Initiativ-Flyer-Bewerbung:
Die Flyer-Bewerbung dient dazu, dass Du dem Chef, dem Personalleiter oder der Sekretärin ein Dokument geben kannst, auf dem Deine wichtigsten Daten stehen. Außerdem sollte Deine persönliche Motivation für den Job bzw. Beruf deutlich werden und zusätzlich ein nettes Foto von Dir drauf sein. Bei Interesse kann sich derjenige dann gleich bei Dir melden und zum Beispiel einen Termin für ein ausführliches Vorstellungsgespräch ausmachen.
Eine solche Flyer-Bewerbung ist ungewöhnlich und weckt schon deshalb besonderes Interesse. Obendrein ist sie viel preiswerter als eine komplette Bewerbungsmappe. Das Foto kannst Du dann auch mal einscannen, was wir Dir bei einer richtigen Bewerbungsmappe nicht raten würden. Hinzu kommt, dass der Chef viel weniger Zeit aufwenden muss, um Deine Bewerbung zu lesen, als das bei einer Bewerbungsmappe der Fall wäre.

Also trau’ Dich doch ruhig mal loszugehen und eine ungewöhnliche Art der Bewerbung auszuprobieren. Vielleicht findest Du ja gerade auf diese Weise Deinen Traumjob!?

Wir wünschen Dir viel Erfolg!

 

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