1. Gangway Fussball-Camp in Katar… Halt, nein… in Schöneberg

Nach der WM ist vor der WM. Unter diesem (inoffiziellen) Motto trafen sich am Mittwoch, den 25.07.18, das Gangway „Foot-Bootcamp“ Team und Jugendliche aus Schöneberg, um unter katarisch-meteorologischen Bedingungen den Fussball in den Kiez zu bringen. Mit großer Begeisterung, dem Klimawandel trotzend, wurde hier an fünf Tagen trainiert, als wären Scouts der Hertha BSC anwesend. Grundlagen Übungen standen genauso auf dem Programm, wie das „Tiki-Taka“ Pass-Spiel und „engländerhaft“ verwandelte Elfmeter. Während am ersten Tag noch das Kennenlernen der Gruppe und die Einschätzung der Spielstärke von unseren Trainer*innen im Vordergrund standen, konnten in den darauffolgenden Tagen mit vielen Koordinations- und Schussübungen die Talente weiter geschmiedet werden. Bereichert wurde unsere Jugend-Gruppe von vielen Teilnehmer*innen aus der Jugendeinrichtung OASE, die den Beweis antraten, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Syrien mal bei einer WM teilnehmen kann. Stets begleitet von der Hoffnung, dass dieser schreckliche Krieg wohl bald enden möge.

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hatte uns für den Zeitraum des Fussball-Camps den Platz der Teske Oberschule zur Verfügung gestellt, welcher auch von den (legendären) Kickern des FC Internationale genutzt wird. Dies erwies sich als extremer Glücksgriff, da auf dem Kunstrasen und den vorgefundenen Bedingungen ein professionelles Grundambiente gewährleistet wurde. Mit Harry, unserem Platzwart, hatten wir auch ein authentisches Original zur Seite, der – nie um einen berlinerisch vorgetragenen Spruch verlegen – erahnen ließ, wie sich wohl der ehrliche Fussball in den Achtzigern anfühlte, als noch nicht Kommerz und Show die Kernelemente dieser schönen Sportart waren. Aber, die Wahrheit ist nunmal auf dem Platz. Und da war es ein großes Vergnügen, die nicht selten hell leuchtenden Glanzpunkte, die kleinen und „großen“ Dramen, und spannenden Zweikampfduelle zu beobachten, die man sich an Intensität und Leidenschaft bis zum letzten Tag beibehielt. Und das alles bei, wie eingangs erwähnt, eigentlich wahnsinnigen Temperaturen. Zudem wurden uns von der „Integration durch Sport“ – Kampagne  eine aufblasbare Torwand und ein Laser-Geschwindigkeits-Erfassungsgerät (was für ein Wort) zur Verfügung gestellt, womit sich dann Treffsicherheit und Schussstärke schulen und messen ließen.

Auch neben dem Platz konnten wir, trotz kleinem Budget, in Kooperation mit der OASE ein regelmässiges, gemeinsames Grillen anbieten, was auch einen schönen Anlass bot, um in schattigeren Gefilden während des Essens, bestehende Kontakte weiter auszubauen oder auch um neue zu knüpfen.

Am letzten Tag durften die Jugendlichen in einem kleinem Mini-Turnier ihre verbesserten Skills unter Beweis stellen und wurden am Ende mit einer Teilnehmer-Urkunde und, die sportlich Besten, mit einer Extra Auszeichnung belohnt.

Abschließend lässt sich sagen, dass die integrative Kraft des Sportes mal wieder faszinierend zu beobachten war. Über Länder-, Geschlechter- und Kulturgrenzen hinweg, arbeitete, spielte, ärgerte man sich zwar auch, aber mehr noch, lachte man zusammen, um gemeinsam eine schöne Zeit zu gestalten und zu erleben. Es war das erste Fussball-Camp von Gangway Schöneberg in dieser Art. Und wer weiß, vielleicht wird ja irgendwann einer der Teilnehmer*innen von Heute, ein Camp-Leiter von Morgen. Potenzial hierfür war zur Genüge bei vielen zu erkennen. In diesem Sinne: „Geht`s raus und spielt`s (weiter) Fussball!“

PS: Nochmals herzlichen Dank an das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, dem FC Internationale Berlin e.V., dem DOSB – Integration durch Sport, Lukas Spotka und der Jugendfreizeiteinrichtung OASE, der ADIDAS Base für das Bereitstellen der Trainingsschuhe, dem Gangway Team Reinickendorf für das zur Verfügung stellen von Trainingsutensilien, und dem Gangway Fanprojekt für die Pavillon Zelte.

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