Last Updated on 10. Januar 2020 by Anja Baer

Das Rauschrad mit dem Safer UseX-Fahrradanhänger ist eine Weiterentwicklung unsere SaferUseX-Tasche, die mit unterschiedlichsten Materialien zur Rausch- und Risikokompetenzentwicklung gefüllt ist. Der pädagogische Gedanke dabei stammt aus der Feststellung, dass sich viele Kinder und Jugendliche zum Konsumieren von Nikotin, Alkohol und illegalen Drogen im öffentlichen Raum treffen. Dass Menschen mit unterschiedlichen Substanzen Erfahrungen machen und machen wollen ist evident, doch Kinder und Jugendliche sind in diesem Bereich immer mehr sich selbst überlassen. Um dem entgegen zu wirken, gehört zu den Methoden bspw. ein Quiz zur Reflektion des Wissens über Substanzen, Legalität, uvm.

Weiterhin kamen zu den Materialien, Flyern, Kater- und Kiffertüten (Brottüten, gefüllt mit diversen Flyern und Rehabilitationssubstanzen wie z.B. Traubenzucker und Kalium) noch Frisbees, ein Indiaca und – im Sommer – viele kleine antialkoholische Trinkpäckchen hinzu. Das klingt doch sehr schön – dachten wir auch – bis das Ziehen dieses Wagens durch den Bezirk zu umständlich und zu anstrengend wurde. Also musste dieser Wagen weiter optimiert werden. Wir starteten einen Spendenaufruf bei den lokalen Fahrradgeschäften und bekamen gleich zwei Räder vom Laden „StadtRad“ in der Pappelallee und von “Stadler“geschenkt. Vielen Dank dafür!

Konzeptionell gefüttert wird der Anhänger mit Methoden zur Rausch- und Risikokompetenzentwicklung. Das Team arbeitet hierbei angelehnt an das RISFLECTING© (RIsiko plus ReFLEKTion)- Konzept, welches Repression und Sanktionierung nicht als Handlungsmaxime betitelt. Vielmehr geht das Konzept von Gerald Koller akzeptierend vor, d.h. wenn wir Jugendliche in ihrer Lebenswelt begegnen, akzeptieren wir die Tatsache des Konsums und werten diesen nicht. So kommen wir nicht nur mit den Jugendlichen über ihren Konsum und über Rausch ins Gespräch, sondern professionelle Beziehungsbildungen werden nicht behindert. „Rausch“ wird hierbei nicht mit dem zwangs- und abhängigkeitsorientierten Phänomen „Sucht“ assoziiert, sondern als grundlegende menschliche Verhaltens- und Erlebensräume betrachtet, in denen Genuss, Entspannung, neue Wirklichkeiten und Spaß erwartet werden. „Unter Rausch wird hier eine prozesshafte Veränderung sinnlicher und sozialer Wahrnehmung hinsichtlich Eindrücken, Emotionen, Grenzen und Konventionen verstanden, (…) Risiko wiederum meint die Verbindung von Ungewissheit und Bedeutsamkeit, die mit einem Ereignis einhergeht und zur Auseinandersetzung mit ihm und seinen Folgen auffordert“. Diese Auseinandersetzung mit neuen Erfahrungen bieten wir vor Ort an.
Wir hantieren nicht nur mit bspw. Flyern, wir bieten uns als Kommunikationspartner*innen an, die die Aussagen der Jugendlichen ernst nehmen, damit sie ihren Konsum und ihre Rauscherfahrungen reflektieren können.

(Weitere Information zu RISFLECTING©: http://www.risflecting.at/konzept)

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