Straßensozialarbeit in Berlin

Abschlussveranstaltung des Projekts „Zwischen Welten“ in der Jugendstrafanstalt Berlin

Am 8. Juli 2026 fand in der Jugendstrafanstalt Berlin die Abschlussveranstaltung des diesjährigen Moduls des Projekts „Zwischen Welten“ statt. Rund 50 Gäste kamen zusammen, um die Ergebnisse der vergangenen sieben Monate zu erleben und die entstandenen Filmproduktionen kennenzulernen.

Seit November 2025 setzten sich die jungen Inhaftierten im Rahmen regelmäßiger Workshops intensiv mit dem Thema „Familie“ auseinander. Ausgangspunkt waren selbst entwickelte Geschichten, die Schritt für Schritt geschrieben, reflektiert und gemeinsam weiterentwickelt wurden. Im Verlauf des Projekts entstand ein vertrauensvoller Arbeitsprozess, der es den Jugendlichen und Heranwachsenden ermöglichte, sich zunehmend zu öffnen und persönliche Erfahrungen sowie unterschiedliche Perspektiven einzubringen.

Mit Beginn der Produktionsphase wurden die entwickelten Geschichten filmisch umgesetzt. Dabei lernten die Jugendlichen die Grundlagen des Filmemachens kennen und arbeiteten mit der Stop-Motion-Technik. Je nach erzählerischem Ansatz entstanden sowohl Stop-Motion-Produktionen als auch kurze Spielfilme. Von der Ideenentwicklung über den Kulissenbau und die Figuren- beziehungsweise Szenengestaltung bis hin zu Kameraarbeit und Dreh waren sie aktiv in alle kreativen und praktischen Arbeitsschritte eingebunden.

Die Abschlussveranstaltung bot den jungen Filmemachern erstmals die Gelegenheit, ihre Arbeiten einem größeren Publikum zu präsentieren. Der Stolz über das Erreichte war deutlich spürbar und prägte gemeinsam mit der großen Wertschätzung des Publikums die besondere Atmosphäre des Abends. Die präsentierten Filme machten nicht nur die kreativen Ergebnisse der vergangenen Monate sichtbar, sondern vermittelten auch persönliche Auseinandersetzungen mit dem Thema Familie.

Die Veranstaltung bildete einen gelungenen Abschluss des diesjährigen Moduls und machte zugleich die Bedeutung des Projekts „Zwischen Welten“ deutlich. Sie zeigte eindrucksvoll, welches kreative Potenzial in den Jugendlichen steckt und welchen Beitrag kulturelle Bildungsarbeit leisten kann. Durch die kontinuierliche Zusammenarbeit entstehen Räume für Vertrauen, Selbstreflexion und kreativen Ausdruck – wichtige Voraussetzungen für persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe.